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29.10.1959: "Asterix und Obelix"
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Autor René Goscinny und Zeichner Albert Uderzo planen ursprünglich, die französische Legende um Reineke Fuchs Leben als Comic zu zeichnen. Doch kurz bevor sie in Druck gehen, erfahren Uderzo und Goscinny, dass ein Kollege diese Geschichte bereits als Comic veröffentlicht hat. Nun muss schnell eine neue Idee her. In aller Eile durchforsten die beiden die wichtigsten Daten der französischen Geschichte. Dann hat Uderzo den rettenden Einfall: Der Gallische Krieg ist das Erste, was Kindern in Frankreich im Geschichtsunterricht begegnet.

Asterix, der Gallier

Alexandra Germann vom deutschen Asterix-Verlag Egmont-Ehapa: "Asterix und Obelix wurden in Frankreich mit großem Jubel aufgenommen, denn es sind ja französische Helden. Die kleinen Gallier sind aus der Feder von Albert Uderzo und René Goscinny geflossen, nachdem sie von dem damaligen Chefredakteur der Zeitschrift „Pilote“ die Aufgabe erhalten hatten, einen französischen Comic mit ausschließlich französischen Helden zu schaffen."

In 38 Folgen erscheint das erste Abenteuer von Asterix und Obelix in "Pilote". Drei Jahre später, 1961, gibt es „Asterix den Gallier“ dann auch im Sammelband. Benannt ist der Comic nach seiner Hauptfigur. Prof. Kai Brodersen, Herausgeber von "Asterix und seine Zeit" erklärt: "Die Namen Asterix und Obelix sind Kunstnamen. Sie nehmen Begriffe auf, die übersetzt Stern und Bratspieß heißen. Die Endung –ix geht sicher zurück auf die Überlegung, dass der französische Nationalheld, der zwar gegen Caesar verloren hatte, aber trotzdem zum Nationalhelden wurde, nämlich Vercingetorix, ebenfalls einen Namen hat, der auf -ix endet."

Comic mit Anspruch

Als der Buchhalter Goscinny 1951 den Trickfilmzeichner Uderzo kennen lernt, sind beide arm, aber idealistisch. Schnell werden sie nicht nur Freunde, sondern auch Kollegen. Gemeinsam entwickeln sie verschiedene Comics als Auftragsarbeiten für Zeitungen. Ihr Credo: Der Humor muss intelligent sein und soll nicht nur Kleinkinder zum Lachen bringen.

Um ihre hohen Ansprüche zu erfüllen, recherchieren sie genau. Dazu Kai Brodersen: "Die Asterix-Hefte stellen Gallien im ersten Jahrhundert vor Christus in vielen Details korrekt dar. Das beginnt bei den Bauten, die Sie sehen können, das geht sicher auch über die Ideen, die die Personen haben können, z.B. im Bereich der Religion oder die Bedeutung der Piraterie in der Antike. Sie vermischen das aber ebenso mit für die Entstehungszeit der Hefte zeitgenössischen Ideen."

Gallier als Dauerbrenner

Die Landung von Asterix und Obelix in Deutschland ist unsanft. Die Comiczeitschrift Lupo verwandelt die Gallier kurzerhand in Westgermanen. Aus Asterix und Obelix werden Siggi und Babarras. Nach vier Folgen entziehen Uderzo und Goscinny dem Verlag das Nachdruckrecht. Erst drei Jahre später, im Dezember 1968, gibt es Asterix und Obelix unverfälscht in der deutschen Übersetzung. 2,50 D-Mark kostet das Heft beim Stuttgarter Ehapa Verlag. Über die Anfänge in Deutschland sagt Redaktionsleiterin Alexandra Germann: "Die Fans in Deutschland mussten Asterix und Obelix natürlich erst einmal kennen lernen. Die ersten Alben hatten eine geringere Auflage und wurden vorrangig von Studierenden gelesen. Dann entwickelte sich das mit dem dritten oder vierten Album zu einem großen Erfolg und wurde auch in der Breite angenommen."

1977 stirbt Goscinny mit nur 51 Jahren überraschend an einem Herzinfarkt. Asterix’ neue Abenteuer zeichnet und textet Uderzo seitdem allein. Obwohl manche Fans Goscinnys Wortwitz vermissen, sind auch die neuen Folgen ein Dauerbrenner. Die Asterix-Hefte gehören spätestens seit den 1970er-Jahren zu den erfolgreichsten Comics weltweit. Neben verschiedenen Zeichentrickfilmen gibt es mittlerweile auch Realfilme. Der im Jahr 2008 gedrehte „Asterix bei den Olympischen Spielen“ gehört dabei zu den teuersten Produktionen der europäischen Filmgeschichte.



Autorin: Diana König
Redaktion: Stephanie A. Hiller
   
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