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4.10.1957: Der Wettlauf ins All: Sputnik gestartet
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Dieses Geräusch brachte die USA schier um den Verstand. Es war das Peil-Signal des ersten künstlichen Satelliten, der die Erde umkreiste. Und das war kein US-amerikanischer Satellit - sondern ein sowjetischer! Das konnte im Westen, vor allem in den USA, niemand begreifen. Nicht die hochtechnisierte USA, nein, die Sowjetunion hatte das Rennen um die Vorherrschaft im Weltraum gewonnen.

Stolz verkündeten die Russen, Sputnik 1, 84 Kilogramm schwer, ziehe seine Bahn um die Erde - in einer Entfernung zwischen 200 und 900 Kilometern; so um die anderthalb Stunden dauere eine Erdumkreisung. Und immer wieder das Geräusch des Triumphs, das Signal der Macht aus dem All.

Eine neue Superrakete stand am Anfang der Sputnik-Entwicklung. Diese Superrakete war von den Russen entwickelt worden, um Atombomben über weite Strecken transportieren zu können. Bald aber gelangte man im Kreml zu der Erkenntnis, dass der Transport eines künstlichen Erdtrabanten ins All mehr Eindruck in der Welt machen würde als die bloße Präsentation einer Trägerrakete. Und genau so war es.

Die USA standen unter einem Schock, der viele Jahre andauern sollte. Wenn die Russen imstande sind, eine Rakete ins All zu schießen, so sagten sich die US-Amerikaner, dann sind sie auch in der Lage, Amerikas Sicherheit zu gefährden und Atomraketen auf die USA zu richten.

Der zweite Schock folgte ein paar Wochen später: am 3. November 1957 starteten die Russen Sputnik 2, 500 Kilogramm schwer, mit der Hündin "Laika" an Bord. Zum erstenmal umkreiste damit ein Lebewesen in einem Satelliten die Erde. Nun war allen klar: die Russen hatten die Supermacht USA abgehängt; Amerika war verwundbar geworden. Die US-amerikanische Seele war gekränkt, ja, sie war tief verletzt. Am Rande: Als die US-Amerikaner im Jahr darauf eine Maus in den Weltraum schossen, protestieren britische Tierschützer hochoffiziell.

Der Kreml nutzte seinen Erfolg indes auch politisch, indem er seine Trabanten-Staaten in Osteuropa stärker an sich band und seinen Einfluss ausdehnte. 1961 holten die Russen dann zum ganz großen Schlag aus: "Das erste bemannte Raumschiff der Welt, Wostok 1, ist am 12. April 1961 von der Sowjetunion aus auf eine Erdumlaufbahn in den Weltraum geschossen worden. Der Weltraumpilot des Satellitenraumschiffes ist der Sowjetbürger Fliegermajor Juri Gagarin. Der Start der Mehrstufenrakete verlief reibungslos, und nachdem das Raumschiff die erste kosmische Geschwindigkeit erreicht hatte und die letzte Stufe der Trägerrakete abgeworfen worden war, bog das Raumschiff in eine Erdumlaufbahn ein."

Das Maß war voll. Wann endlich tut unsere Regierung etwas, fragten die US-Amerikaner. Der neue US-amerikanische Präsident John F. Kennedy wandte sich 1961 an seine Landsleute: "Ich glaube, dass diese Nation sich darauf festlegen sollte, noch vor Ende dieser Dekade einen Menschen auf dem Mond zu landen und ihn sicher auf die Erde zurückzubringen."

Doch das sollte noch viele Jahre dauern. Am Ende der Dekade, am 21. Juli 1969, war es soweit. Der US-Amerikaner Neil Armstrong, der erste Mensch, der kurz darauf den Mond betrat, konnte melden: "The Eagle has landed".

Die USA hatten endlich nachgezogen - zwölf Jahre nach dem ersten Sputnik-Schock.

Autor: Claus-Dieter Gersch
   
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