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28.10.1886: Freiheitsstatue eingeweiht
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Tagebucheintrag der Familie Schmolensky vom 3. Dezember 1894: "Wir standen an Bord und versuchten durch den Nebel hindurch etwas zu sehen. Und plötzlich rief einer, 'Da ist sie!', und dann sahen wir sie alle, die Freiheitsstatue! Und wir wussten jetzt sind wir in Amerika."

"Amerika! - Amerika! Amerika! Amerika!"

Da stand sie damals und steht sie bis heute, die Freiheitsstatue, "Miss Liberty", wie die Amerikaner sagen, im Hafen von New York City. Millionen von Einwanderern haben sie gesehen und ihr ihre Hoffnungen entgegen gerufen. Und sie wiederum hat Millionen nach wochenlangen Überfahrten getröstet, so wie es im Gedicht von Emma Lazarus, das im Sockel der Statue eingemeißelt ist, heißt:

"Give me your tired, your poor, your huddled masses yearning to breathe free. The wretched refuse of your teeming shore. Send these, the homeless, tempest-tossed to me. I lift my lamp beside the golden door!" - "Gebt mir Eure müden, Eure armen, Eure kauernden Massen, die sich danach sehnen, frei zu atmen. Das elende Strandgut Eurer vor Menschen wimmelnder Küste. Schickt diese, die Heimatlosen, Schicksalsgebeutelten zu mir. Ich erhebe mein Licht an der goldenen Tür!"

Als die Schmolenskys 1894 aus Polen in die USA einwandern, ist die Statue gerade acht Jahre alt. Damals wie heute ist sie das größte Denkmal der Neuzeit. Von Kopf bis Fackel misst sie 46 Meter. Sie ist ein Geschenk der Franzosen an die Amerikaner als Erinnerung an die Französisch- Amerikanische Freundschaft während der Amerikanischen Revolution 1775-1783. Und sie erinnert mit großen Buchstaben auf der Tafel im Arm der Miss Liberty an die Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776.

Doch zunächst war es schwierig die Amerikaner für die Idee einer Statue zu gewinnen. Während in Frankreich mit Lotteriegewinnen, öffentlichen Abgaben und Benefizveranstaltungen Geld gesammelt wurde, lief das Spendenaufkommen in den USA zunächst schleppend. Erst Joseph Pulitzer, deutscher Auswanderer und erster New Yorker Medienmogul, konnte mit großen Aufrufen die New Yorker und Amerikaner begeistern.

In Frankreich war Frédéric-Auguste Bartholdi beauftragt worden, eine würdevolle Frauenstatue zu entwerfen. Vorbild, zumindest für das Gesicht war seine Mutter. Doch als Bartholdi mit den Größenausmaßen des Geschenks für die Amerikaner konfrontiert wurde, war ihm klar, dass auch ein Ingenieur benötigt wurde. Kein anderer als Gustave Eiffel, späterer Konstrukteur des Eiffelturms, stand ihm bei dem Mammutprojekt zur Seite.

Eiffel ist es zu verdanken, dass hunderttausende Touristen jedes Jahr im Inneren der Lady Liberty nach oben steigen können. Er entwarf das Skelett der Statue, während Bartholdi für das Äußere zuständig war. Das Äußere, das sind 350 riesige Kupferplatten, die in 214 Kisten verpackt von Frankreich aus in New York im Juni 1885 eintrafen. Aber erst im Mai 1886 als der Sockel errichtet war, konnten die Einzelteile ausgepackt werden und Stück für Stück entstand vor den staunenden Augen der New Yorker ihr Nationaldenkmal. Vier Monate brauchte man zum Aufbau der Statue of Liberty. Dann war es soweit: 28. Oktober 1886--feierliche Einweihung!

Präsident Grover Cleveland versprach an jenem Abend: "Wir werden nicht vergessen, dass die Freiheit hier ihre Heimat hat, und ihr Platz soll nicht vernachlässigt werden." Doch der salzige Wind vom Atlantik, die Autoabgase aus Manhattan, die Kälte, die Hitze setzten dem Denkmal zu. Rostig, löcherig und schimmelig präsentierte sich die Statue in den 70'er Jahren.

1982 dann setzte Ronald Reagan die 100-Jahr Feier Vorbereitungskommission für die Freiheitsstatue ein. 1984 begannen die umfangreichen Renovierungsarbeiten, für die 230 Millionen Dollar an Spenden gesammelt worden waren. Zwei Jahre später, am Independence Day, dem 4. Juli 1986, hundert Jahre nach der feierlichen Einweihung, jubelte ganz Amerika der Statue zu. Seitdem strahlt sie in neuem Glanz und trägt ihr Licht wieder stolz vom Hafen in New York in alle Welt!

Autor: Jens Teschke
   
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