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20.10.1991: Großbrand am Highway 24
James Williams: "Es ist wirklich merkwürdig, ich erinnere mich nicht mehr an vieles, aber was noch ganz klar ist: es war unerbittlich heiß, wo immer man sich hinwendete, es war unglaublich heiß. Es gab keine Erleichterung. Und dann die Bilder nach dem Feuer: ganze Häuserblocks, die bis auf die Grundmauern abgebrannt waren, es sah mehr aus wie nach einem gigantischen Bombenabwurf als nach einem Feuer."

So erinnert sich James Williams, einer der vielen Feuerwehrmänner, der gegen den schlimmsten Großbrand kämpfte, der Kalifornien seit Generationen heimsuchte. Nur der Brand, der dem großen Erdbeben in San Francisco 1906 folgte, hatte ähnliche Dimensionen.

Das Fazit des Feuersturms von 1991: 25 Tote, 150 Verletzte, 2843 zerstörte Häuser, 3469 beschädigte oder zerstörte Wohnungen. Über sechs Millionen Quadratmeter Fläche waren verbrannt, geschätzter Schaden: 1,5 Milliarden Dollar.

Angefangen hatte es am 19. Oktober auf dem Highway 24. Der Highway 24 zieht sich von Oakland, an der Ostküste der San Francisco Bay quer durch die Countys Alameda und Contra Costa im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien. In der Nähe des Caldecott Tunnels war bei Arbeiten ein kleinerer Brand ausgelöst worden.

Obwohl er schnell unter Kontrolle gebracht wurde, blieben 25 Feuerwehrmänner vor Ort, um so genannte "hot spots" zu überwachen, denn der Oktober war ungewöhnlich heiß, die Temperaturen erreichten Werte von 33 Grad, dazu kam ein stürmischer Ostwind. Und das in einem Gelände mit steilen, dicht bewaldeten Hügel in einem engen Canyon, mit schmalen Straßen. Kurz: alle Bedingungen für eine mögliche Brandkatastrophe waren versammelt am Morgen des 20. Oktobers.

Leonard DeStefano, ein Feuerwehmann, hörte sich gerade ein Sportbericht im Radio an, als von dem Ausbruch des Brandes hörte.

Leonard DeStefano: "Mensch, das hört sich wirklich groß an, dachte ich, und als ich hörte, dass die Kollegen in Oakland um Hilfe baten, schnappte ich mir meine Ausrüstung und machte mich auf den Weg. Ich fuhr zunächst zum Highway 24, aber der war blockiert. Ich musste die Absperrung umfahren und fuhr durch den Caldecatt Tunnel, und da fand ich das Oakland-Kommandoquartier mitten auf dem Highway."

Ein einzelner glühender Funken aus der Asche des gelöschten Feuers löste die Katastrophe aus. Er flog in einen trockenen Eukalyptusbaum, der fing sofort Feuer, und durch den starken Wind geriet der Brand sehr schnell außer Kontrolle. Das Feuer verbreitete sich rasend schnell und in verschiedene Richtungen. Die anwesenden Feuerwehrmänner kämpften um ihr Leben und mussten sich zurückziehen.

Sie riefen sofort um Verstärkung, und alle erreichbaren Einheiten machten sich auf den Weg. Schließlich waren es 50 verschiedene Feuerwehreinheiten aus ganz Kalifornien, die die Flammen bekämpften. Hubschrauber und Löschflugzeuge kamen den Bodentruppen zu Hilfe.

Es war die größte Aktion dieser Art, die jemals in Kalifornien unternommen wurde. Es tauchten jedoch bald diverse Probleme auf, die die Rettungskräfte behinderten.

Der Wassernachschub war schwierig und fiel zum Teil ganz aus, weil durch das Feuer die Stromleitungen beschädigt waren und die Tanks und Wasserreservoirs nicht immer nachgefüllt werden konnten. An manchen Stellen mussten sich die Kräfte zurückziehen, einfach weil ihnen das Wasser ausgegangen war. Feuerwehreinheiten aus anderen Counties, die nach Oakland gekommen waren, konnten ihre Schläuche nicht anschließen, weil sie nicht an die örtlichen Hydranten passten.

Viele Menschen mussten fliehen, in Minuten das Nötigste packen oder eben nur schnell ins Auto springen, um wenigstens ihr Leben zu retten.

Zitate:
"Die Bäume explodierten geradezu. Es sah aus wie das Feuerwerk am 4. Juli. Ich glaube, wir haben alles verloren, ich denke es ist alles weg!"
"Unsere neun Jahre alte Tochter rannte aus dem Haus und umklammerte ein einziges Besitzstück: ihren Schulranzen. Als wir zur nächsten Ampel kamen, ging der Eukalyptusbaum genau vor uns in helle Flammen auf."
"Das Feuer explodierte um uns herum. Ich dachte, jetzt ist es aus. Ich schaute aus dem Fenster und sah eine Wand aus Feuer."

Autorin: Rachel Gessat
   
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