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25.10.1936: Achse Berlin-Rom
Die Achse Berlin-Rom, das Bündnis des nationalsozialistischen Deutschland und des faschistischen Italien, wurde am 25. Oktober 1936 begründet, als in Berlin ein geheimer Freundschaftsvertrag zwischen beiden Ländern unterzeichnet wurde.

Mit Deutschland und Italien hatten sich dabei zwei Staaten gefunden, die international im Abseits standen: Auch wenn das nationalsozialistische Deutschland mit der erfolgreichen Ausrichtung der Olympischen Spiele von Berlin international wieder einigen Kredit gewonnen hatte, war Deutschland als Folge der Kriegsschuld von 1914 und auf Grund der aggressiven Außenpolitik Hitlers - die Besetzung des Rheinlandes lag noch nicht lange zurück - isoliert. Mit Italiens Überfall in Nordafrika, dem Versuch der Eroberung Abessiniens (heute: Äthiopien), hatte Mussolini sein Land international völlig isoliert. Der Völkerbund hatte diesen Überfall verurteilt und Wirtschaftssanktionen über Italien verhängt.

Vordergründige Beruhigungstaktik

Ein Jahr nach der Unterzeichnung der Verträge kam Benito Mussolini zu einem Staatsbesuch nach Berlin. Bei diesem Anlass hielt er auf dem Berliner Maifeld eine Rede vor deutschen Zuhörern. Einziges Thema: die Freundschaft zwischen den Völkern Italiens und Deutschlands. Da die Annäherung der beiden faschistischen Staaten in Europa international mit Argwohn betrachtet wurde, glaubte Mussolini mit seiner Rede die Weltöffentlichkeit beruhigen zu müssen und sagte: "Die Bekräftigung der Achse Berlin-Rom richtet sich nicht gegen andere Staaten. Wir, Nationalsozialisten und Faschisten, wollen den Frieden."

Auch die Machtübernahme der faschistischen Bewegungen in beiden Ländern sei nichts, worüber man sich beunruhigen müsse, so Mussolini: "Mag auch der Verlauf der beiden Revolutionen verschieden gewesen sein, das Ziel, das beide erreichen wollten und erreicht haben, ist das gleiche: Die Einheit des Volkes!"

Aber Mussolini nannte auch einen ganz konkreten Grund für die Freundschaft der beiden Länder: "Das ist der Punkt, an dem zum ersten Mal (…) deutlich das Vorhandensein eines notwendigen Zusammengehens zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und dem faschistischen Italien in Erscheinung tritt. Das, was man nun in der ganzen Welt als die Achse Berlin-Rom kennt, entstand im März 1935!" Er spielte damit auf die internationale Verurteilung des italienischen Überfalls in Abessinien und die darauf folgenden Sanktionen gegen Italien an, an denen sich Deutschland nicht beteiligt hatte.

Zerbrechliche Freundschaft

Im Zweiten Weltkrieg schließlich erwies sich die Achse Berlin-Rom auch als militärisch-strategisches Bündnis. So kämpften italienische Verbände an der deutschen Ostfront, während deutsche Truppen zur Unterstützung von Mussolinis Expansionspolitik zusätzlich auf den Balkan und nach Nordafrika entsandt wurden.

Als Italien nach der Landung der Alliierten in Sizilien kapitulierte, war es jedoch mit der angeblich unverbrüchlichen Freundschaft Hitlers vorbei. Deutsche Truppen marschierten in Italien ein und errichteten auf italienischem Boden eine neue Front gegen die vorrückenden US-Amerikaner. Von all dem war noch nicht die Rede, als am 25. Oktober 1936 die Achse Berlin-Rom begründet wurde.

Autor: Dirk Ulrich Kaufmann
   
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