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12.2.1951: Der Schah heiratet Soraya
Es ist Staatsfeiertag im Iran, und in Teheran jubeln begeisterte Massen: Ihr Kaiser Shah Mohammad Reza Pahlavi feiert seine zweite Hochzeit. Die Auserkorene ist erst 17 Jahre alt und Tochter des ehemaligen iranischen Botschafters in Berlin, Khalil Esfandiary, und der Deutschen Eva Karl: Soraya.

Die junge Frau, die in ihrer Vaterstadt Isfahan und im Schweizer Internat aufwuchs, war dem iranischen Herrscher auf einem Foto aufgefallen, und er soll sich spontan für sie entschieden haben. Und auch für Soraya soll es Liebe auf den ersten Blick gewesen sein.

Kaiserliche Hochzeit

Die Hochzeit stellt alles in den Schatten, was man in Teheran bis dahin erlebt hatte: Die Braut - eben erst nach langer Tuberkulose genesen - trägt ein mit tausenden von Diamanten besetztes Kleid, der Ehering einen großen blauen Diamanten, und der Ehevertrag wird von 140 Würdenträgern unterschrieben.

Die kaiserliche Ehe ließ sich zunächst sehr gut an. Der Schah konnte sich gegenüber dem Ausland als aufgeschlossener und moderner Herrscher präsentieren und damit seine Machtstellung in der Region festigen und weltweit für Sympathie zu werben. Die überall beliebte Soraya half ihm dabei.

Schatten

Die Deutschen hatten Soraya zu ihrem besonderen Liebling erkoren. Besonders in den Nachkriegsjahren entsprang dies wohl einer Sehnsucht nach Wohlstand und Glanz, man reklamierte Soraya aber auch für sich wegen ihrer deutschen Abstammung. Und mehr als anderswo verfolgten die Medien die junge Kaiserin auf Schritt und Tritt.

Mit der Zeit mischen sich aber auch düstere Schlagzeilen in die bisherigen Jubel-Berichte. Besonders deutsche Klatschblätter zeigen immer weniger Respekt und beginnen über Eheprobleme des Kaiserpaars zu spekulieren. In Ergebenheit gegenüber dem Schah will man in Bonn ein Pressegesetz (im Volksmund: "Lex Soraya") verabschieden, das Berichte über fremde Staatsoberhäupter zensieren soll.

Das Ende der Ehe

Dazu kommt es nicht, stattdessen kommt aus Teheran die Bestätigung für wenigstens eine der Vermutungen: Soraya kann keine Kinder gebären. Unter dem Druck der Schah-Familie, besonders aber, weil Teheran einen Thronfolger braucht, muss der Schah sich von Soraya trennen. Am 13. Februar 1958 wird die Ehe geschieden.

Soraya lebt zunächst in Deutschland, dann in Rom und bis zu ihrem Tod am 25. Oktober 2001 in Paris. Lange noch war sie Opfer der Paparazzi, die sie auf Schritt und Tritt verfolgten. Not hat sie nie gekannt, denn sie erhielt eine millionenschwere Abfindung, die weder durch die islamische Revolution noch durch den Tod des Schahs 1980 in Frage gefährdet war.



Autor: Peter Philipp
   
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