Kalenderblatt dw.com
 
5.1.1876: Konrad Adenauer geboren
Als Konrad Adenauer am 5. Januar 1876 geboren wurde, bastelte Alexander Graham Bell in Schottland am ersten Fernsprechapparat, die Pferdedroschke war das übliche Verkehrsmittel und Wilhelm I. regierte als Kaiser über das neu gegründete Deutsche Reich.

Als Adenauer am 19. April 1967 starb, gab es keinen Kaiser mehr, die erste Republik war ebenso Vergangenheit wie das "Dritte Reich". Und der Name Adenauer war untrennbar verbunden mit der Geschichte der jungen Bundesrepublik. Als erster Bundeskanzler verkündete er: "Meine Damen und Herren, gemäß Artikel 145 verkündige ich im Namen und im Auftrage des parlamentarischen Rates unter Mitwirkung der Abgeordneten Großberlins das Grundgesetz."

Hohes Amt in hohem Alter

In einem Alter, in dem andere sich längst zur Ruhe setzen, begann die zweite, die eigentliche Karriere Adenauers. Als Gründungs- und Vorstandsmitglied der Christlich-Demokratischen Partei wirkte der ehemalige Oberbürgermeister von Köln im Parlamentarischen Rat an der Ausgestaltung des Grundgesetzes für den neuen Staat mit.

Aus der ersten Bundestagswahl 1949 ging die CDU als Siegerin hervor. Zum ersten Kanzler der Bundesrepublik wurde Konrad Adenauer gewählt, mit einer hauchdünnen Mehrheit von einer Stimme - seiner eigenen. 73 Jahre war Adenauer, als er sein Amt antrat, und 14 weitere Jahre lenkte er als Regierungschef die Geschicke Deutschlands.

In seiner Regierungserklärung vom 20. September 1949 machte Adenauer seine politischen Ziele deutlich: Wiederaufbau und Westintegration. Dazu gehörte für ihn auch die Versöhnung mit Frankreich:"Der deutsch-französische Gegensatz, der Hunderte von Jahren die europäische Politik beherrscht hat und der so zu manchen Kriegen, Zerstörungen und Blutvergießen Anlass gegeben hat, muss endgültig aus der Welt geschafft werden."

Kritik an Adenauers Kurs

Um die Westintegration Deutschlands zu verwirklichen, war Adenauer zu großen Zugeständnissen in Fragen der Souveränität und der Wiedervereinigung bereit. Darüber kam es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Opposition. In der fünften Sitzung des Bundestages rief der SPD-Abgeordnete Kurt Schumacher einen wahren Sturm der Entrüstung hervor, als er Adenauer zu große Nachgiebigkeit gegenüber dem Alliierten Kontrollrat vorwarf. Der Streit betraf die Frage, ob die deutsche Regierung die alliierte Ruhrbehörde anerkennen solle oder nicht.

Doch für Kritik war Adenauer wenig empfänglich. Wenn er eine Entscheidung für richtig hielt, galten ihm abweichende Meinungen wenig. Als ihm das Bundesverfassungsgericht 1961 die Gründung eines Staatsfernsehens untersagte, war für Adenauer klar, wer irrte: "Das Kabinett war sich einig darin, dass das Urteil des Bundesverfassungsgerichts falsch ist, meine Damen und Herren."

Lange Kanzlerschaft

Nach 14 Jahren ging die Ära Adenauer zu Ende. Am 15. Oktober 1963 verabschiedete sich der Kanzler des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders, der Westintegration und der Wiederbewaffnung: "Nun werde ich wieder in Ihre Reihen zurückkehren, da ist mein Platz und nun, meine verehrten Damen und Herren, möchte ich Ihnen nochmals danken, Ihnen allen ausnahmslos, dem einen mehr, den anderen weniger natürlich."


Autorin: Rachel Gessat
   
Zitat des Tages
    
Zitat des Tages
Man kann die Wahrheit nicht ins Feuer werfen - sie ist das Feuer.
  > Friedrich Dürrenmatt
> RSS Feed
  > Hilfe
Welcher preußische König ist der "Soldatenkönig"?
  Friedrich II., der Große.
  Wilhelm IV.
  Friedrich Wilhelm I.