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3.2.1468: Gutenberg gestorben
Nun gibt es in unseren Zeiten ja Ranglisten für so allerhand Dinge und Personen. Mal haben sie durchaus ihre Berechtigung, häufiger aber sind sie eher willkürlich erstellt. Diesen Vorwurf kann man dem mit dem Titel "Mann des Jahrtausends" ausgezeichneten Johannes Gutenberg allerdings nicht machen. Seine Erfindung des Buchdrucks hatte gleichermaßen Einfluss auf hohe Politik wie auf das Alltagsleben in den vergangenen Jahrhunderten.

Wenig ist über das Leben des um 1400 in Mainz geborenen Johannes Gensfleisch bekannt. Erst später nannte er sich nach seinem Geburtshaus, dem Hof zu Gutenberg. In Erfurt soll er studiert haben, in Straßburg hat er sich lange Jahre aufgehalten, ohne dass man wüsste, welcher Tätigkeit er dort nachgegangen ist.

Dass er aber rege war, sogar umtriebig, wird wohl am ehesten dadurch deutlich, dass die Nachwelt in erster Linie durch Gerichtsakten über Gutenberg informiert ist. Er war Kläger wie Angeklagter in geschäftlichen wie in privaten Angelegenheiten.

Innovative Idee

Um 1450 ist Gutenberg jedoch wieder in seine Heimatstadt Mainz zurückgekehrt und findet in dem Advokaten Johannes Fust einen Geldgeber für den Aufbau einer Druckerwerkstatt. Wenig später wird aus dem Mäzen ein Teilhaber an dem gemeinschaftlichen Unternehmen, das in den Quellen als Werk der Bücher bezeichnet wird. Mit diesem Geld im Rücken, der Werkstatt und genügend Mitarbeitern konnte sich Gutenberg an die Umsetzung seiner Idee machen.

Der innovative Grundgedanke seiner Überlegungen war das Setzkastenprinzip, das heißt Gutenberg zerlegte den zu druckenden Text in seine Einzelelemente, wie Klein- und Großbuchstaben, Satzzeichen, Ligaturen und Abkürzungen. Diese Typen wurden seitenverkehrt in beliebiger Anzahl gegossen und wieder zum Text zusammengesetzt.

Bibeldrucke

Vorbild im ästhetischen Sinne waren für Gutenberg die Handschriften seiner Zeit. Demonstriert hat er diese Kunst an seinen Bibeldrucken. Um 1455 druckte Gutenberg circa 180 Exemplare einer 42-zeiligen Bibel in lateinischer Sprache. Davon waren um die 30 Stück auf Pergament gedruckt.

Die Bibliothek in Göttingen besitzt ein solches Pergamentexemplar, das zudem das einzig vollständig erhaltene in Deutschland ist. Außerdem gehört noch eine Urkunde über den Rechtsstreit Gutenbergs mit seinem Mäzen und Teilhaber Fust zum Bestand. Sie gilt als Nachweis für die Urheberschaft der Gutenberg-Bibel, denn Johannes Gutenberg hatte seine Drucke nicht mit seinem Namen versehen und Jahrhundertelang galt Fust als Erfinder des Buchdrucks.

Fust hatte sein Geld zurückverlangt, Gutenberg konnte nicht zahlen, so dass die Werkstatt und die gedruckten Bibeln in Fusts Besitz übergingen. Johannes Gutenberg ist in der Folge nicht mehr als eigenständiger Drucker aufgetreten. Er starb am 3. Februar 1468 in seiner Heimatstadt Mainz, während sich seine Erfindung in rasendem Tempo über ganz Europa ausbreitete.

Wegbereiter der Demokratisierung

Der Buchdruck als Wegbereiter der Demokratisierung: nicht nur im Druckwesen, mit der Reformation auch in der Religion, im Bildungswesen durch die Alphabetisierung, in Politik und Gesellschaft durch das Aufkommen des Massenmediums Zeitung.

Mit der Dominanz der elektronischen Medien seit Mitte des 20. Jahrhunderts wurde von vielen Medienkritikern ein Abgesang auf diese "Gutenberg-Galaxis" angestimmt. Doch kein neues Medium verdrängt ein altes völlig. Es verändert höchstens.


Autor: Dirk Stroschein
   
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