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10.2.1763: Frieden von Paris
Jeder kennt sie, die Bücher von James Fenimore Cooper. "Der Lederstrumpf" oder "Der letzte Mohikaner" standen neben den Büchern von Karl May in jedem Bücherschrank. Um Freundschaft geht es bei Cooper, um Liebe und um Krieg. Briten und Franzosen kämpfen in und um Nordamerika; die indianischen Stämme stehen zum Teil auf der britischen, zum Teil auf der französischen Seite.

Kriege in Europa und Übersee

Vier Kriege führten Briten und Franzosen in der sogenannten "neuen Welt". Der vierte, von 1754 bis 1763, brachte die Entscheidung im Wettlauf um Landerwerb und Inbesitznahme der nordamerikanischen Kolonien. Im Frieden von Paris 1763 mussten die Franzosen all ihre amerikanischen Festlandsbesitzungen an die Briten abtreten. Auch Spanien als Verbündeter Frankreichs verlor Florida an Großbritannien.

Eigentlich waren die Kämpfe in Nordamerika schon im Herbst 1760 beendet, im kanadischen Montréal kapitulierten die letzten französischen Truppen. Dennoch dauerte es noch über zwei Jahre, bis im Februar 1763 ein Friedensvertrag geschlossen wurde. Das hing damit zusammen, dass nicht nur in Übersee, sondern auch auf dem europäischen Festland gekämpft wurde.

Der Siebenjährige Krieg

Seit 1756 tobte in Europa der Siebenjährige Krieg, und hier waren nicht nur Großbritannien und Frankreich involviert, sondern auch viele Groß- und Kleinstaaten: Preußen stand in Mitteleuropa auf der einen Seite zusammen mit Großbritannien, Hannover, Hessen, Braunschweig, Schaumburg-Lippe-Bückeburg und Sachsen Gotha und auf der anderen Seite Österreich, Frankreich, Russland, Schweden, das heilige römische Reich, Sachsen und Spanien. In Übersee standen sich Großbritannien, Frankreich und Spanien gegenüber.

Der Preußenkönig Friedrich II. hatte mit seinem Überfall auf Schlesien, das damals zur österreichischen Krone gehörte, den Krieg auf dem Kontinent ausgelöst. Viele Staaten waren durch Bündnisse verpflichtet, der einen oder anderen Seite beizustehen; andere kämpften um ihre Position als Großmacht zu festigen oder auszubauen.

Der Friede von Paris

Mit dem Frieden von Paris 1763 hatte Großbritannien die Vorherrschaft über die gesamten nordamerikanischen Kolonien gewonnen. Sehr lange konnte es sich allerdings nicht des neuen Besitzes erfreuen, denn schon bald kam es zum Streit mit den Kolonien über verschiedene Steuergesetze, und die zunehmenden Konflikte führten schließlich zur Loslösung der nordamerikanischen Gebiete von der britischen Krone.

Und auch für die indianischen Stämme brachte der Frieden von Paris keinen Frieden. Immer wieder und immer weiter wurden sie vertrieben aus den Siedlungsgebieten der Siedler. Insofern war Cooper durchaus realistisch, wenn er sein Buch "Der letzte Mohikaner" mit einer resignierten Totenklage des Indianerhäuptlings Chingachkoog enden ließ: "Großer Geist und Schöpfer allen Lebens. Bitte den Tod sich zu beeilen, denn nun sind sie alle dort. Alle bis auf mich, Chingachgook, der letzte der Mohikaner."




Autorin: Rachel Gessat
   
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