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14.1.1875: Albert Schweitzer geboren
Albert Schweitzer wurde am 14. Januar 1875 zu Kaysersberg im Elsaß als zweites von fünf Kindern in einer Pfarrersfamilie geboren. Die glückliche Kindheit sah der spätere Pfarrer, Musiker, Theologiedozent, Philosoph und Arzt immer als den Ausgangspunkt für seine geistige und berufliche Entwicklung an. Er liebte und verehrte bis ins hohe Alter hinein die heimatliche Kirche:" Der katholische Chor, in den ich hineinschaute, war für meine kindliche Phantasie der Inbegriff der Herrlichkeit (…) große metallene Leuchter mit majestätischen Kerzen, zwei große goldfarbene Statuen, alles umflutet von dem Lichte durch die Chorfenster (…) ."

Krankenhaus in Kisten

Nachdem Albert Schweitzer in Straßburg gleichzeitig Theologie, Philosophie und Musikwissenschaft studiert hatte, traf er zum großen Erstaunen seiner Freunde und Kollegen die Entscheidung, als Missionsarzt überzusiedeln. Dann vergingen acht Jahre, bis er 1911 das medizinische Staatsexamen und sein praktisches Klinikjahr hinter sich brachte.

Dabei entstand - nebenher, denn Schweitzer hatte noch ein Predigtamt inne - ein umfangreiches theologisches und philosophisches Werk. Am Karfreitag des Jahres 1913 reiste er als Arzt mit seiner Frau Helene von seiner Heimatstadt Günsbach ab und führte den Bedarf seines künftigen Spitals in 70 Kisten mit.

Musikalisches Talent

Mit im Gepäck der Schweitzers war ein Tropenklavier mit Orgelpedal, ein Geschenk seiner Pariser Freunde, das Albert Schweitzer in den wenigen Stunden seiner Freizeit nutzte, um dann - während kurzer Erholungsaufenthalte in Europa - Konzerte zu geben. Schon seit seiner Studienzeit hatte er sich mit der Musik Johann Sebastian Bachs beschäftigt, eine Monografie über Bach geschrieben, und nun wurde er, wenn er selbst an der Orgel saß, als Künstler gefeiert.

Das Zentrum seines Lebens aber war Lambarene. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, verließ er Europa schon nach wenigen Tagen wieder, um nicht von seinem Spital abgeschnitten zu sein. Erschöpft erzählte er später, dass er eigentlich niemals freie Zeit habe: "In Lambarene muss ich das Spital noch einmal vergrößern, weil wir so viele Lepröse haben, an die 300, also Aussätzige, die mit den neuen Mitteln, die man seit '44 besitzt, behandelt werden. Und für die muss ich eine halbwegs anständige Unterkunft herstellen und muss dafür sorgen, dass sie zu essen haben."

Friedensnobelpreis für den "Urwalddoktor"

1952 erhielt Albert Schweitzer den Friedensnobelpreis. Dann, einer Einladung in die USA nachkommend, wurde er durch die modernen Medien weltbekannt. Inzwischen war "die Bombe" auf Hiroshima und Nagasaki gefallen. Schweitzer musste erleben, dass die Welt sich in weitere Atomtests verstrickte. Er versuchte 1957 im hohen Alter, von Oslo aus in drei Radiovorträgen gegen die atomare Aufrüstung anzugehen. Sein Wort "Verwüstete Schöpfung - das heißt auch: verwüstete Menschen" brachte ihm Kritik und Missachtung ein.

Am 4. September 1965 starb "der Urwalddoktor" Albert Schweitzer.


Autorin: Petra Grunert
   
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