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5.8.1906: John Huston geboren
Auf einen der berühmtesten US-amerikanischen Abenteuerfilme musste das deutsche Publikum damals lange warten. Als John Hustons "African Queen" mit Humphrey Bogart und Katharine Hepburn dann endlich in die deutschen Kinos kam, war es kürzer als das Original von 1951: Aus dem Film, der 1914 in Deutsch-Ostafrika spielt, waren die Deutschen-feindlichen Tendenzen heraus geschnitten worden.

Der Film gilt als eines der Meisterwerke von Regisseur John Huston. Dieser hatte drei Jahre zuvor seine ersten beiden Oscars bekommen – für Buch und Regie für "Der Schatz der Sierra Madre". Es sollten auch seine letzten Oscars bleiben, trotz seiner insgesamt 15 Nominierungen zwischen 1940 und 1986. Mag die Ausbeute an "Academy"-Auszeichnungen auch gering sein – er gehört zu den erfolgreichsten Regisseuren Hollywoods.

Der Weg nach Hollywood

John Huston wurde am 5. August 1906 als Sohn einer Journalistin und des gefeierten Broadway-Schauspielers irischer Herkunft Walter Huston geboren. Seine Eltern lassen sich 1913 scheiden. John lebt von da an zunächst jeweils ein halbes Jahr lang bei Mutter und Vater, später allein mit seiner Mutter. Er leidet sehr unter der Unstätigkeit, die sich auch in den nächsten Jahren durch sein Leben zieht. Mit 15 Jahren geht er für kurze Zeit auf eine Militärschule und beginnt mit dem Boxen. Mit 17 wird er kalifornischer Meister im Box-Leichtgewicht, mit 19 lässt er sich in die US-amerikanische Armee aufnehmen. Zwei Jahre später verlässt er sie als Leutnant.

1932 geht Johns Hustons Vater nach Hollywood, der Sohn folgt ihm und nun auch seiner eigentlichen Neigung, dem Schreiben. Er schreibt zunächst Dialoge für Spielfilme, dann noch im selben Jahr sein erstes eigenes Drehbuch: "Gesetz und Ordnung". Trotz des Erfolges, den er mit der Verfilmung, mit seinem Vater in der Hauptrolle, hat, hält es John Huston nicht in Hollywood. Er geht erst nach New York zurück, um dort als Grafiker zu arbeiten, dann nach Paris, um Malerei zu studieren.

John Huston entscheidet sich erst 1941 endgültig für den Beruf des Regisseurs: Seine erste eigene Regiearbeit "Die Spur des Falken" mit Humphrey Bogart und Mary Astor wird ein riesiger Erfolg. Der Film wird von Filmhistorikern später als der Beginn des "film noir" gesehen. Auch wenn er Hollywood in Zukunft mehrmals den Rücken zukehrt – er kommt immer wieder zurück. Gemeinsam mit seinem Kameramann Oswald Morris trägt er zur Revolutionierung des Technicolor-Verfahrens bei, wie in "African Queen", "Moulin Rouge" (1952) oder "Moby Dick" (1956) zu sehen.

"Rhetoriker des Misserfolgs"

Zu seinen großen Erfolgen als Regisseur zählen auch "Misfits – nicht gesellschaftsfähig" (1960) nach einem Drehbuch von Arthur Miller, der seiner Ehefrau Marilyn Monroe darin eine Rolle auf den Leib schrieb. Und sein vorletzter Film "Die Ehre der Prizzis" (1985), in der seine Tochter Angelica Huston eine Hauptrolle spielte. John Huston selbst war als Schauspieler unter anderem in dem deutschen Film "Momo" (1986) zu sehen.

John Huston wird vielfach als "Rhetoriker des Misserfolgs" bezeichnet. Tatsächlich zeigte er häufig seine Sympathie für geborene Verlierer und Außenseiter der Gesellschaft. Als Anfang der 1950er-Jahre die antikommunistische Hysterie zunahm, zog John Huston Konsequenzen: Er wanderte 1952 nach Irland aus und wurde zwölf Jahre später irischer Staatsbürger. Sein hin- und hergerissener Lebensstil drückte sich auch in seinem Liebesleben aus: Er war fünfmal verheiratet. John Huston starb am 28. August 1987 in Newport, Rhode Island.



Autorin: Stephanie A. Hiller
   
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