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12.7.2005: Albert II. wird Fürst von Monaco
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Albert gilt als schüchtern und zurückhaltend, ist aber ein sehr engagierter und diplomatischer Monarch. Als Sohn von Fürst Rainier III. und Fürstin Gracia Patricia wird er bereits früh von seinem strengen Vater auf die Thronfolge vorbereitet. Albert ist das zweitgeborene Kind. Doch in Monaco gilt bis heute die sogenannte Primogenitur, bei der der erstgeborene Sohn die Erbfolge antritt.

Thomas Veszelits, Autor des Buches "Die Monaco AG. Wie sich die Grimaldis ihr Fürstentum vergolden" erläutert zur Thronfolge: "Worüber sich im Jahr 2009 die Monarchisten Sorgen machen: Albert hat immer noch keinen Nachfolger. Das heißt, wenn da kein Sohn in absehbarer Zeit kommt und Albert etwas passiert, dann kommt laut testamentarischen Bestimmungen seine Schwester, und das ist Caroline, auf den Thron. Caroline hat zwei Söhne, aber das sind schon keine adeligen Söhne, sondern das sind Casiraghis, das sind bürgerliche Abkommen."

Die Grimaldis und Frankreich

Die Herrschaft der Grimaldis über das Fürstentum an der Mittelmeerküste reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Das Schicksal der Grimaldis, wie das von Monaco, hängt dabei stets vom Verhalten des übermächtigen Nachbarn Frankreich ab. Mehrfach steht der Stadtstaat unter französischem Protektorat. Erst 1911 kann man Frankreich eine erste formelle Verfassung abringen, die die konstitutionelle Monarchie des Landes offiziell bestätigt.

1918 unterzeichnet Monaco ein Schutzabkommen mit den Franzosen, das dem Fürstentum die Unabhängigkeit und Souveränität von Frankreich garantiert. Thomas Veszelits dazu: "Frankreich ist die Schutzmacht von Monaco, das heißt Monaco ist selbstständig, das ist eine konstitutionelle Monarchie, aber im Falle von internationalen Konflikten, was auch immer, steht ihnen Frankreich zur Seite."

Das Geld lockt

Nach der Abschaffung einer Steuerpflicht für Privatpersonen im Jahr 1869 verlegen vor allem wohlhabende Privatpersonen ihren Wohnsitz nach Monaco. Nur rund 6.000 der heutigen Einwohner sind echte Monegassen - bei ca. 28.000 Zugezogenen eine Minderheit.

Auch die legale Ausübung des Glückspiels zieht reiche Touristen an die Mittelmeerküste. Als Fürst Rainier 1956 die US-amerikanische Schauspielerin Grace Kelly heiratet, wird Monaco zu einem Zentrum der internationalen High Society. "Das war die Wiege für einen Glamour, wovon natürlich Monaco bis heute lebt. Das wird ganz geschickt vermarktet, weil hinter dieser Glamour-Fassade auch eine sehr gut funktionierende Industrie steckt, aber das wissen nur die allerwenigsten," erklärt Thomas Veszelits.

Der kleine Stadtstaat mausert sich innerhalb weniger Jahre zum rentablen Touristenmagnet. Die Fürstenfamilie sorgt nicht nur für einen Hauch von Hollywood, sondern auch für die wirtschaftliche Zukunft des Zwergstaates.

Fürst Rainier vergrößert das monegassische Territorium durch Landgewinnung aus dem Meer und lockt Investoren aus der Chemie- und Pharmabranche nach Monaco. Dazu Thomas Veszelits: "Es gibt eine Firma - nennt sich Mega-Plast - , und dazu gibt es auch einen Spruch: Es gibt kein Auto auf der Welt, in dem nicht ein Stück Monaco drinsteckt. Diese Firma stellt Plastikteile her. Es gibt auch Kosmetikunternehmen die in Monaco produzieren wie Biotherm und Lancaster."

Generationenwechsel

Anfang der 1990er-Jahre erkrankt der damals regierende Fürst Rainier. Bei offiziellen Anlässen lässt er sich immer häufiger durch seinen Sohn Albert vertreten. Im März 2005 übernimmt Prinz Albert offiziell die Regierungsgeschäfte. Am 6. April 2005 stirbt Fürst Rainier. Sein Nachfolger wird Albert Alexandre Louis Rainier Grimaldi als Albert II.

Albert setzt bereits bei seiner Inthronisierungsfeier Zeichen. Statt dem üblichen Hofzeremoniell zu folgen, begeht er den Tag seiner Thronbesteigung als eine Feier für das gesamte monegassische Volk. Die glamouröse Hollywood-Ära seines Vaters will Albert ganz offenkundig nicht fortführen.


   
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