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6.1.1926: "Deutsche Luft Hansa" hob ab
Die Anfänge des Luftverkehrs sowohl in Amerika als auch in Europa fielen in jene Zeit, die sich in der Rückschau zu den wilden, den "Roaring Twenties" mit ihrem neuen Zeit- und Lebensgefühl formten: Die Jahre der beginnenden Motorisierung, einer stark empfundenen "Amerikanisierung" durch Fließband und Mechanisierung sowie des Aufstiegs der Filmindustrie mit ihrem Kult um Stars und Idole.

Eingeschränkter Flugverkehr

In Deutschland entstand aus den Trümmern der wilhelminischen Monarchie nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg die Weimarer Republik. Nachhaltig prägte die lange Liste von Verboten und Einschränkungen des Versailler Vertrages auch die Entwicklung der Luftfahrt in Deutschland.

Piloten und auch Flugzeuge - offene ein- und zweimotorige Maschinen - gab es aus dem Krieg eine ganze Menge. Die Maschinen wurden erst einmal notdürftig für den zivilen Einsatz hergerichtet. Schon Anfang Februar 1919 eröffnete die "Deutsche Luftreederei" DLR, die bereits 1917 gegründet worden war, den Flugbetrieb zwischen Berlin und Weimar: Zwischen der Reichshauptstadt und dem Tagungsort der Nationalversammlung. Ullstein-Blätter und Post wurden zu den Abgeordneten nach Weimar verfrachtet.

Wagemutige Manöver

Einer der ersten Passagiere, der sich in jenen Wintertagen in eine der offenen "Kisten" wagte, war ein Ullstein-Journalist, der seinen Lesern genüsslich die "umständliche Verpackung" beschreibt: "Man wird behost, umschnallt, umwickelt, gegürtet und verpflastert, dass man schließlich einem Paket, doch nur noch wenig einem Menschen gleicht. Pelzanzug, Pelzstiefel, wollene Kappe, Lederkappe, Fliegerhelm, Gesichtsmaske, Brille, Halstuch. Nachdem alles an Ort und Stelle ist, kann man nur noch geradeaus sehen, wenig hören und nur noch wie ein Nilpferd watscheln."

Es folgte eine Pionierzeit mit abenteuerlichen Unternehmungen, die immer und immer wieder beschrieben worden sind. Eine Vielzahl oftmals winziger Luftverkehrs-Unternehmen machte in Deutschland einander Konkurrenz, die Millionen staatlicher Subventionen verschlang. Ihre Maschinen schaukelten von Stadt zu Stadt, tagsüber und möglichst an den Bahnlinien entlang. Denn Funkverbindung zum Boden hatten die Piloten noch nicht.

Übrig bleiben schließlich der "Deutsche Aero Lloyd" und die "Junkers-Luftverkehr", die sich trotz gravierend unterschiedlicher Firmenphilosophien am 6. Januar 1926 zur "Deutschen Luft Hansa AG" zusammenschließen.

Wirtschaftliche und technische Herausforderungen

Der Zweite Weltkrieg hat auch die Lufthansa zertrümmert - im wahrsten Sinne des Wortes. Und die Teilung Deutschlands schränkte ihre Bewegungsfreiheit erheblich ein. Doch die "Deutsche Lufthansa" hat sich von beidem erholt. Die Flugzeuge, die Motoren, die Sicherheitsvorkehrungen, die gesamte Infrastruktur einer modernen Fluggesellschaft sind mit den Bedingungen der Anfänge kaum mehr zu vergleichen. Die Lufthansa zählt heute zu den bekanntesten und größten Fluggesellschaften weltweit.


Autor: Dr. Otto Busch
   
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