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7.2.1964: Die Beatles in den USA
"Ich war mit meiner Mutter im Auto unterwegs, als sie diesen Song im Radio spielten - 'I Want To Hold Your Hand'. Ich glaube, ich habe meine Mutter richtig angeschrieen in dem Moment - Stell das Radio lauter! Was ist das? Ich hatte keine Ahnung, wer das war. Aber irgendwas an diesem Lied hatte mich gepackt. Ich hatte Tränen in den Augen. So etwas hatte ich noch nie gehört." Nora, die damals zwölf Jahre alt war, stand mit ihrer Begeisterung für die Beatles nicht alleine da.

"Meet The Beatles"

Am 13. Januar 1964 wurde "I Want To Hold Your Hand" in den USA veröffentlicht. Innerhalb von nur vier Tagen wurden 1,5 Mio. Exemplare verkauft und die Beatles waren die Nummer Eins in den US-Charts. Eine Woche später schnellte auch das Album "Meet The Beatles" sofort auf Platz Eins der LP-Hitparade. Das Timing war also perfekt als die vier Pilzköpfe aus Liverpool sich am 7. Februar 1964 auf den Weg zu ihrer ersten USA-Tour machten. Am John F. Kennedy International Airport in New York wurden sie von über 3.000 schreienden Fans begrüßt.

Am Tag nach ihrer Ankunft, erschienen John, Paul und Ringo ohne den erkrankten George zu einer Fotosession im Central Park. Am 9. Februar traten die Beatles dann in der legendären "Ed Sullivan Show" auf. Sie brachten es auf eine Einschaltquote von 13 Mio. Zuschauern. Es heißt, dass während ihres zehnminütigen Auftritts in den USA so gut wie keine Verbrechen begangen worden seien.

Beatles Hysterie

Vor dem Fernseher saß mit ihren beiden Schwestern in Pittsburgh die sechs Jahre alte Lynne: "Eine meiner Schwestern hat mir laut ins Ohr geschrieen. Sie war fast so hysterisch wie das Publikum. Schließlich haben wir dann doch noch etwas von dem Song gehört. Es war ein Erlebnis, das ich nicht vergessen werde. Es hat mein Leben verändert, wie das meiner Generation. Es war einfach ein wichtiger Augenblick - richtig aufregend. Das ist jedoch eine rückblickende Bewertung. Damals hatte ich natürlich keine Ahnung, was es bedeutete."

Ihr erstes Konzert gaben die Beatles am 11. Februar im Washington Coliseum. Von der Musik war allerdings nicht viel zu hören, wie sich Nora erinnert: "Alle haben so laut geschrieen. Man verstand kein einziges Wort. Man hatte nur eine Ahnung davon, dass da vorne irgendwo Musik gemacht wurde. Die kreischenden Mädchen störten mich gewaltig. Ich fand das albern. Ich wollte die Musik und die Band hören. In gewisser Weise war es daher kein Beatles-Konzert, sondern ein Auftritt kreischender Mädchen."

Als die Beatles am 12. Februar dann in der New Yorker Carnegie Hall spielten, platzte der altehrwürdige Saal fast aus allen Nähten. Man hatte sogar Stühle auf die Bühne gestellt, um die Nachfrage für die zwei Konzerte befriedigen zu können. Während vor der Tür einige Moralisten gegen den Auftritt der Band mit Schildern wie "Beatles Go Home" oder "DDT kills Beatles" protestierten, schrieen sich in der Halle die Fans die Seele aus dem Leib, was dazu führte, dass der existierende Mitschnitt des Konzerts nie veröffentlicht wurde.

Am 22. Februar kehrten die Beatles nach Großbritannien zurück. Sie hatten den Durchbruch in den USA geschafft. Die Beatles waren bereits mit ihrem ersten USA-Besuch zum Mythos geworden.


Autor: Michael Kleff
   
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