Kalenderblatt dw.com
 
4.3.1925: Friedrich-Ebert-Stiftung gegründet
Am 2. März 1925 erschien im "Vorwärts", dem "Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands" eine kurze Notiz, in der es heißt: "Der Parteivorstand hat beschlossen, eine Friedrich-Ebert-Stiftung im Sinne der Lebensarbeit des Entschlafenen zu errichten. Der Parteivorstand bittet im Einverständnis mit der Familie, von Kranzspenden und von der Entsendung von Deputationen abzusehen und die dafür vorgesehenen Beträge der Stiftung zuzuführen."

Am 28. Februar war Friedrich Ebert, der erste sozialdemokratische Reichspräsident Deutschlands, im Alter von nur 54 Jahren gestorben. Sein politisches Vermächtnis findet sich in der Friedrich-Ebert-Stiftung, deren Anfangsaufgabe im "Jahrbuch der Deutschen Sozialdemokratie für das Jahr 1926" wie folgt definiert ist: "(...) jungen, befähigten Proletariern Beihilfen für einen Studiengang an staatlich anerkannten Institutionen zu geben".

Inzwischen hat die Ebert-Stiftung ihre Zielsetzung erheblich ausgeweitet, es gibt eigene Bildungszentren und Regionalbüros in ganz Deutschland, in denen nicht zuletzt Vermittlung zwischen Kulturen und Religionen angestrebt wird. Ansprechpartner sind Multiplikatoren aus nahezu allen Bereichen von Politik und Gesellschaft und insbesondere junge Menschen, weil - wie die Ebert-Stiftung besonders hervorhebt - jede Generation für die Demokratie neu gewonnen werden muss.

Transferstelle zwischen Wissenschaft und Politik

Auch hat die Stiftung ihr Tätigkeitsfeld inzwischen weit über Deutschland hinaus ausgeweitet und fremde Länder in ihre Arbeit einbezogen. So gehören Japan, Mittelost-Europa in aller Differenziertheit und Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion ebenfalls zum Kreis der Partner außerhalb Deutschlands. Hinzu kommen - man möchte sagen: selbstverständlich - Entwicklungsländer, die ein besonders umfassendes Angebot erhalten.

Auch heute noch zählt es zu den Aufgaben der Ebert-Stiftung, besonders begabte Studierende aus sozial schwachen Familien zu fördern - und die Stiftung versteht sich als Transferstelle zwischen Wissenschaft und Politik. Damit will sie neuere Erkenntnisse der Wissenschaft den Wirtschafts- und Sozialpolitikern in "konsumierbarer" Form näher bringen und umgekehrt der Wissenschaft Fragen und Anregungen aus dem politischen Raum vermitteln.



Autor: Otto Busch
   
Zitat des Tages
    
Zitat des Tages
Die Werbung schenkt uns neue Bedürfnisse und nimmt uns Stück für Stück die eigene Sprache.
  > Iring Fetscher
> RSS Feed
  > Hilfe
Woran starb Peter I. Tschaikowsky im Alter von 53 Jahren?
  Lungenentzündung
  Cholera
  Syphilis
  Newsletter abonnieren
  Versenden Sie virtuelle Grüße