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27.3.1845: Wilhelm Conrad Röntgen geboren
"Es war der 5. November 1895, als Wilhelm Conrad Röntgen in Würzburg bei Experimenten mit Kathodenstrahlröhren die X-Strahlen entdeckte, die auf einen Vorschlag des Würzburger Anatomen Kölliker Röntgenstrahlen genannt wurden. Das Wesentliche dieser Strahlen bestand darin, dass erstmals Strahlen festgestellt wurden, die in der Lage waren, Körper zu durchdringen. Es ist überraschend, dass Röntgen die wesentlichen Eigenschaften dieser Strahlen innerhalb weniger Wochen bereits erarbeiten konnte und auch auf die grandiose Idee kam, mit Hilfe einer photographischen Platte eine so genannte Röntgenaufnahme anzufertigen. Überhaupt versetzte die Untersuchung mit Röntgenstrahlen die Ärzte damals erstmals in die Lage, ohne Operation oder aber Sektion eine Diagnose sozusagen aus dem Körperinneren heraus zu stellen."

Präzise erklärte der mittlerweile emeritierte Freiburger Radiologe Professor Dr. Werner Wenz eine der folgenreichsten Entdeckungen der Wissenschaftsgeschichte und hebt zugleich die Leistung des damals in Würzburg lehrenden und forschenden Physikers Wilhelm Conrad Röntgen hervor, der am 27. März 1845 im bergischen Lennep geboren wurde.

Röntgen war ein vielseitiger Gelehrter, der sich mit etlichen physikalischen Phänomenen beschäftigte. Keines seiner Forschungsergebnisse hat indessen die herausragende Bedeutung der Entdeckung und Anwendung der Röntgenstrahlen erlangt. 1901 erhielt Röntgen dafür als erster den Nobelpreis für Physik.

Röntgen für die Diagnose

Nach wie vor ist die Röntgenaufnahme oder Röntgendurchleuchtung für die Diagnose etwa von Knochenbrüchen oder Lungenerkrankungen unerlässlich. Schon früh erkannte man andere segensreiche Eigenschaften der X-Strahlen, aber auch ihre Gefährlichkeit.

Professor Werner Wenz dazu: "Der erste Bericht in einer medizinischen Zeitschrift über einen Strahlenschaden stammt von 1896 aus Freiburg. Ein junger Arzt beobachtete nach einer sehr langen Durchleuchtung eines Patienten eine Hautrötung, die er schon damals auf die Wirkung der Röntgenstrahlen zurückführte. Man hat weitere Nebenwirkungen beobachtet, z. B. Haarausfall an der Stelle einer längeren Strahleneinwirkung, und schließlich, auch um die Jahrhundertwende, schon erste Beobachtungen von einer günstigen Beeinflussung des Tumorwachstums gemacht. Von diesem Zeitpunkt an hat man die Röntgenstrahlen nicht nur zur Diagnostik herangezogen, sondern auch zur Bekämpfung von Tumoren, das heißt zur Krebsbehandlung verwendet."

Präzise Einblicke

Mit der Einspritzung von Kontrastmitteln - Angiografie - lernte man das Blutgefäßsystem darzustellen. Das war besonders bei Organuntersuchungen ein Fortschritt. Seit den 1970er-Jahren hat die medizinische Forschung schonendere Methoden der Untersuchung des Körperinneren entwickelt - so den Ultraschall insbesondere für die pränatale Medizin, also die Beobachtung des Kindes im Mutterleib.

Vor allem die Computertomografie und die ohne Strahlenbelastung arbeitende Kernspintomographie erlauben wesentlich präzisere Einblicke in den menschlichen Körper, z. B. in Organe wie Herz, Hirn oder Leber.

Röntgenstrahlen werden längst auch in der Werkstoffprüfung oder in der Mikroskopie eingesetzt. Und in jüngerer Zeit hat die Weltraumforschung die kosmische Hintergrund-Röntgenstrahlung und pulsierende Röntgenquellen zum wichtigen Gegenstand ihrer Untersuchungen gemacht. Man misst diese Röntgenstrahlung mit Instrumenten an Bord von Satelliten außerhalb der Erdatmosphäre, denn die Lufthülle unseres Planeten absorbiert X-Strahlen.

Wilhelm Conrad Röntgen starb am 10. Februar 1923 in München. Sein Name wurde zum Synonym für einen medizinischen Vorgang.


Autor: Karl-Heinz Lummerich
   
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