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12.4.1961: Erster Kosmonaut
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"Vom Raumschiff Wostok wurde gemeldet um 9.22 Uhr Moskauer Zeit, dass sich der Kosmonaut Juri Gagarin mit seiner Raumkapsel über Südamerika befinde. Er teilte mit, der Flug verlaufe normal, er fühle sich gut."

Radio Moskau am 12. April 1961: Erstmals umrundet ein Mensch in einer Raumkapsel die Erde - der Kosmonaut Juri Alexejewitsch Gagarin, Major der sowjetischen Luftwaffe und damals gerade 27 Jahre alt. Und so hört sich Gagarins Funkverkehr mit der Bodenstation an:

Rauschen, unverständliche Wortfetzen - und dennoch lauscht die westliche Welt gebannt den Geräuschen aus dem Erdorbit. Wieder einmal hat die UdSSR den Weltraumkonkurrenten USA geschlagen.

Begonnen hatte es am 4. Oktober 1957 mit Sputnik I, dem ersten künstlichen Erdtrabanten. Sein Piepsen schockte den Westen, hat die Sowjetunion doch offenkundig die stärkeren Raketen. Wenige Wochen später schicken die Sowjets die Hündin Laika auf die Weltraumreise.

Die USA ziehen erst 1958 mit Explorer I nach. Sie gründen die Nationale Luft- und Raumfahrtbehörde NASA und schaffen es, drei Wochen nach Gagarins historischem Erstflug, ihren Astronauten Alan Shepard als ersten Amerikaner ins All zu hieven - allerdings nur auf einem ballistischen Flug von 15 Minuten Dauer.

Im Mai 1961 kündigt US-Präsident John F. Kennedy an, bis zum Ende des Jahrzehnts einen US-Amerikaner auf den Mond zu bringen. Dann, am 20. Februar 1962, startet John Glenn zur dreimaligen Erdumrundung. Die Vereinigten Staaten haben im Wettlauf ins All aufgeholt.

Unterdessen beeindrucken die sowjetischen Ingenieure und Techniker des Weltraumbahnhofs Baikonur mit neuen Rekorden. 1963 startet Valentina Tereschkowa als erste Frau ins All, 1965 steigt der Kosmonaut Alexej Leonow als erster Mensch aus seiner Kapsel Woschod II und schwebt zehn Minuten lang im freien Raum. Das Wort "Weltraumspaziergang" wird kreiert. Ein Jahr später landet die Mondfähre Luna 9 weich auf dem Erdtrabanten.

Viel später erfährt die Weltöffentlichkeit, dass die Sowjetunion ihr Weltraumprogramm ohne Rücksicht auf Verluste durchgepeitscht hat. Bei Unglücken kommen mehr Menschen ums Leben, als zunächst bekannt gegeben wird. Bekannt wird der Tod des Kosmonauten Alexander Komarow, er stirbt 1967, als sich beim Landeanflug von Sojus 1, einer neuen Generation sowjetischer Raumschiffe, der Landefallschirm nicht öffnet.

Doch auch die USA bleiben damals nicht von schweren Rückschlägen verschont. 1967 kommen die drei US-amerikanischen Astronauten Grissom, White und Chaffee in ihrer Apollo-Kapsel bei einem Feuer auf der Startrampe in Cape Canaveral ums Leben.

Für Juri Gagarin bedeutet der Tod seines Kameraden Komarow, dass er den Flug-Status als aktiver Kosmonaut verliert, denn die Sowjetunion will ihren Helden keinem weiteren Risiko aussetzen. Außerdem hat Gagarin zu wenig Trainingsstunden als Pilot absolviert. Seit seinem Erstflug im All hatte man ihn gefeiert und herumgereicht, konnte er ein relativ sorgenfreies Leben führen.

Mit großem Pomp hatte Kreml-Chef Nikita Chruschtschow Gagarin nach dessen Rückkehr aus dem All in Moskau begrüßt:

1968 will Gagarin wieder fliegen, will er die Alleinflugberechtigung erneut erwerben. Es kommt nicht mehr dazu. Bei einem Übungsflug mit einem Kameraden stürzt er am 27. März 1968 tödlich ab. Einzelheiten des Unglücks werden nie veröffentlicht.

Juri Gagarin - der erste Mensch im Weltraum. Den Triumph der US-Amerikaner Neil Armstrong und Edwin Aldrin, die als erste Menschen am 21. Juli 1969 den Mond betreten, hat er nicht mehr erlebt.

Autor: Karl-Heinz Lummerich
 
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