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11.10.1928: "Graf Zeppelin" startet in die USA
"Es war die Aufgabe des Luftschiffes Graf Zeppelin, die Leistungsfähigkeit des Luftschiffes als Verkehrsmittel zu beweisen und gleichzeitig auf ausgedehnten Fahrten Erfahrungen und navigatorische Studien auf langen überseeischen Reisen zu machen", sagte Hugo Eckener, in den 1920er Jahren Chef der deutschen Zeppelinwerke in Friedrichshafen.

Am 11. Oktober 1928 erhob sich ein Gigant über den Bodensee und nahm Kurs auf Nord-Amerika. Das legendäre Luftschiff LZ 127 "Graf Zeppelin" hatte nie gekannte Ausmaße: 236 Meter Länge, 105.000 Kubikmeter Gasfüllung, fünf Motoren für 110 Kilometer in der Stunde Reisegeschwindigkeit und eine Reichweite von 10.000 Kilometern.

Fliegende Zigarre

Für Hugo Eckener war der Start und die glückliche Landung der ″fliegenden Zigarre″ ein großer Erfolg. Jahrelang hat der Nachfolger des Firmengründers Graf Zeppelin darum gerungen, wieder deutsche Luftschiffe bauen zu dürfen. Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg hatten die Alliierten im Versailler Vertrag dies verboten, weil die Zeppeline Bomben über England abgeworfen hatten.

Hugo Eckener erinnerte sich: "Nachdem das Eis gebrochen war, konnte die bisher verweigerte Erlaubnis zum Bau großer Passagierluftschiffe von den Alliierten erlangt werden, und es begann vom Jahre 1928 an die Reihe der Aufsehen erregenden Zeppelinfahrten durch die ganze Welt und über die Meere."

Für ein gutbetuchtes Klientel brach in Konkurrenz zu Schiff und Flugzeug eine neue Ära des Reisens an. Fast geräuschlos glitt man über den Ozean, der Luxusliner war permanentes Medienereignis. Bereitwillig berichtete die Presse über skurrile Frachtgüter oder die Kaviarvorräte des Chefkoches. Man stellte die erste Flugstewardess der Welt vor und beschrieb die Schlafkabinen mit fließend warmem Wasser, die Aussichtsterrassen, den Speisesaal und den Rauchsalon und übertrug die Klavierkonzerte am Aluminiumflügel im Radio.

Ein neuer Touristikmarkt begann sich aufzutun. Bald wurden auch Ziele in Russland angefahren - die High Society leistete sich eine Fahrt nach Luxor oder für 1.400 Reichsmark eine Reise nach Rio de Janeiro. Der Langstreckenverkehr rentierte sich; die Fahrten waren ausgebucht und ebenso der Frachtraum. Affen und Schlangen, Silberbestecke und Bechstein Flügel fand man auf den alten Frachtlisten.

Ende einer Ära

Der 6. Mai 1937 um 18:24 Uhr Ortszeit im US-amerikanischen Lakehurst in der Nähe New Yorks, läutete das Ende einer Ära ein. Das Luftschiff "Hindenburg" explodierte.

Radioreporter, wie der in Tränen ausgebrochene Herbert Morris, berichteten live, wie Deutschlands "Stolz der Nation" binnen Sekunden zu Aluminiumschrott verbrannte und 35 Menschen das Leben kostete: "It's crashing down...it's terrible...it's falling down...the passengers…Ladies and Gentlemen...".

Drei Jahre später, 1940, ließ Reichsluftfahrtminister Hermann Göring die LZ 127 "Graf Zeppelin" abwracken, um Aluminium für den Flugzeugbau zu gewinnen. Doch der Unfall in Lakehurst war nur der Anlass, nicht die Ursache. Der wahre Grund für das kategorische "Aus" war ein militärischer. Deutschland hatte gerade den Zweiten Weltkrieg vom Zaun gebrochen und die Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg hatten gezeigt, dass Zeppeline für den Luftkampf recht wenig taugten.

Autorin: Gerda Gericke
   
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