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21.4.753 v. Chr.: Rom gegründet
Der Tiber floss friedlich dahin, eine Furt soll es gewesen sein, an der sich die Hirten und Bauern auf einem der sieben Hügel, dem Palatin, ansiedelten - wie so oft bei den Stadtgründungen der Vergangenheit. 25 Kilometer vom Meer entfernt war hier der letzte natürliche Übergang vor der Mündung, und bis hierher war der Tiber schiffbar. Vermutlich verlief hier die alte Salzstraße. Die Hauptroute aus dem Gebiet der Etrusker nach Latium überquerte hier den Fluss. Doch nichts von dem, worüber hier berichtet wird, ist wissenschaftlich ganz genau fassbar.

Denn wie die Gründung der griechischen Stadtstaaten, liegen auch die Anfänge der Geschichte Roms im Dunkeln. Es beginnt mit der Frage: Wann wurde aus den Siedlungen an der Tiberfurt eine Stadt? War es wirklich der 21. April 753 vor Christus? Die mythologische Antwort entstand, als Rom längst zum Weltreich geworden war.

Einst regierte in Alba Longa Numitor, Nachkomme des Aeneas. Doch Numitor wurde von seinem eigenen Bruder Amulius vom Thron gestürzt. Rea Silvia, Numitors Tochter, sollte fortan Vestalin sein und damit keine Kinder gebären dürfen. Doch Rea Silvia gebar dem Kriegsgott Mars die Zwillinge Romulus und Remus. Amulius ließ sie in seinem Zorn am Ufer des Tiber aussetzen.

Das Geschrei der Knaben lockte eine Wölfin an. Sie trug die Zwillinge behutsam in eine Höhle und säugte sie. Hirten schließlich zogen die Kinder auf. Viele Jahre später wurden sie vor den in Einsamkeit lebenden Numitor gebracht. Er erkannte seine Enkel und erzählte ihnen von der Schandtat des Amulius. Voller Rache stürmten sie in den Palast von Alba Longa, erschlugen den Ungerechten und setzten ihren Großvater Numitor wieder auf den Thron.

Zum Dank erhielten sie die Erlaubnis, an der Stelle, an der sie ausgesetzt worden waren, eine Stadt zu gründen. Die Götter sollten entscheiden, nach wem sie benannt werden sollte. Doch die Vögel am Himmel, die das göttliche Zeichen geben sollten, entzweiten sich, und nur die größere Zahl seiner Anhänger ließ Romulus siegen.

Remus spottete, als er die heilige Furche sah, mit der der Umkreis der Siedlung markiert wurde und sprang darüber hinweg. Da ließ Romulus sich von seinem Zorn hinreißen und erschlug seinen Bruder. "So möge es jedem ergehen, der über meine Mauern springt."

Für den römischen Historiker Varro ergab sich aus dieser Sage in der Verbindung zur griechischen Götterwelt und ihren Helden im ersten vorchristlichen Jahrhundert das Jahr 753 ab urbe condita, seit der Gründung der Stadt. Ein Datum, was sich nicht verifizieren lässt. Archäologen setzen die Gründung Roms um 600 vor Christus an. Auch die These vom politischen Zusammenschluss, der vorher unabhängig und ethnisch ungleichen Kleinsiedlungen auf dem Palatin und den anderen Hügeln an der Tiberfurt zu einer Großsiedlung wird nicht ausgeschlossen.

Fest steht, der Name Rom ist etruskischen Ursprungs. Die Etrusker, jenes Volk, das einst in der Dunkelheit der Weltgeschichte versank und deren Kultur bis heute ein Rätsel ist, beeinflussten auch mit ihren religiösen Riten und ihrer Gesetzgebung die frühe Zeit des kommenden Weltreichs. Auch die Techniken des Städtebaus, wie Mauern und Kanalisation, sehen die Archäologen im Ursprung bei den Etruskern.

Doch nach und nach wurden die Römer unabhängig. 510 vor Christus wird die etruskische Fremdherrschaft gestürzt, und die erste römische Republik entsteht. Es entwickelt sich über Jahrhunderte aus dem Stadtstaat eine Großmacht, ja eine Weltmacht, die sich vom Mittelmeer über die Wälder Germaniens und Galliens bis hoch an den Limes in Großbritannien erstreckt.

395 nach Christus, 1148 Jahre nach der Stadtgründung, wird nach dem Tod von Kaiser Theodosius I. das Reich geteilt. Es ist das Ende. Die Völkerwanderung im vierten Jahrhundert bringt für Westrom dann den endgültigen Untergang. 476 setzt der germanische Heerführer Odoaker den letzten römischen Kaiser, Romulus Augustulus ab.

Von der Siedlung an der Tiberfurt blieb die Stadt Rom. Bis heute Inbegriff von Macht und Zivilisation, von Tragik und Glanz der Geschichte, bis heute die "Ewige Stadt".

Autor: Jens Teschke
   
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