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25.6.1950: Koreakrieg beginnt
Entlang des 38. Breitengrades, der die koreanische Halbinsel seit Ende des Zweiten Weltkrieges teilt, überschreiten Armeeeinheiten Nordkoreas die Grenze. Der UN-Sicherheitsrat verurteilt den kommunistisch geführten Staat als Aggressor und überträgt den Vereinigten Staaten das Mandat zum militärischen Eingreifen.

Zusammen mit 15 UN-Mitgliedsländern kämpfen sie auf der Seite Südkoreas. Fast drei Jahre lang währt ein verlustreicher Bewegungskrieg: Vorstoß der Kommunisten bis weit nach Süden; dann Gegenangriff der Alliierten.

In einem Blitzfeldzug wird die Hauptstadt Seoul zurückerobert, die Armee Nordkoreas fast völlig zerschlagen und der gesamte Norden eingenommen. Schließlich kommt es zur Intervention Chinas und zur Rückeroberung der Front bis zum 38. Breitengrad, dem geografischen Ausgangspunkt der Kämpfe.

Am militärischen Eingreifen der USA maßgeblich mitgewirkt hatte ihr damaliger Außenminister John Forster Dulles, ein vehementer Verfechter des sogenannten "roll-back"", also dem Zurückdrängen des Kommunismus:

John F. Dulles: "Große Kriege brechen gewöhnlich aufgrund eines Fehlers aus und nicht aufgrund eines Planes. Nordkorea, das zunächst bis auf einen kleinen Brückenkopf im Süden bei Pusan ganz Korea überrannte, wurde auf seine Ausgangsbasis und noch weiter nach Norden zurückgedrängt. Die Kosten, die dem Aggressor erwuchsen, sind enorm. Seine Erfolge sind gleich null."

Die Folgen der militärischen Auseinandersetzung waren verhängnisvoll: über 54.000 getöteten GI's, zwei Millionen koreanische Soldaten, gefallen, verwundet oder vermisst; ebenso viele Opfer unter der Zivilbevölkerung, das Land verwüstet.

Am Ende des Krieg hatte weder der stalinistisch geführte Norden noch der autoritär regierte Süden gesiegt. Gleichwohl zogen sich die Waffenstillstands-Verhandlungen über zwei Jahre hinweg. Der damalige US-Präsident Dwight D. Eisenhower anlässlich der Vertragsunterzeichnung im Juli 1953:

Dwight D. Eisenhower: "Meine lieben Mitbürger! Heute Abend haben wir uns dazu entschlossen, das Waffenstillstand-Abkommen in Korea zu unterzeichnen. Damit wird dem Kampf zwischen den Streitkräften der Vereinten Nationen und den kommunistischen Armeen ein schnelles Ende bereitet. Um die militärischen Aggression abzuwehren, hat unsere Nation einen hohen Preis zahlen müssen. Doch nun ist es Zeit, sich an den Konferenz-Tisch zu setzen."

Ein Kuriosum ist bis heute der Ort geblieben, an dem der Waffenstillstand Mitte 1953 vereinbart wurde: eine Holzbaracke in Panmunjom, direkt am 38. Breitengrad gelegen. In der Mitte ein grüner Tisch als Demarkationslinie, an dem die Vertreter der USA und Südkoreas saßen, ihnen gegenüber die Chinesen und Nordkoreaner.

Laut Statistik haben die Nordkoreaner ihren Landsleuten im Süden bis heute knapp 300.000 Verstöße gegen das Waffenstillstands-Abkommen vorgeworfen. Südkorea ist da schon etwas bescheidener und begnügt sich mit rund 56.000 gezählten Grenzverletzungen wie 1998, als sich ein nordkoreanisches Spionage-Mini-U-Boot vor Südkoreas Küste in Fischernetzen verfangen hatte. Und noch bis vor kurzem starben Menschen an der Grenze zwischen beiden Ländern.

Seit kurzem werden auch Übergriffe des US-Militärs vom Pentagon offiziell bestätigt wie das Massaker an mehreren Hundert koreanischer Zivilisten in No Gun Ri. Erst kürzlich Tagen fand sich im Pentagon ein Dokument, dessen Existenz noch vor wenigen Monaten von der US-Armee abgestritten wurde.

Der schriftliche Befehl aus den ersten Kriegstagen ging an die Air Force und ordnete an, "alle fliehenden Zivilisten, die sich den amerikanischen Positionen nähern" (Zitat), zu beschießen.

Auch die Kriegsführung der Vereinigten Staaten war keineswegs unumstritten. So wurde General MacArthur 1951 von US-Präsident Truman abgesetzt: MacArthur wollte nämlich den Korea-Krieg durch Bombardierung chinesischer Industriestädte beenden - notfalls auch mit Atombomben.

Autor: Michael Marek
   
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