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3.1.1983: Erster PC mit Maus
Es ist noch nicht so lange her, dass ein Experte des WDR-Computerclubs seinen Zuschauern und Zuschauerinnen erklären musste, was eine Maus ist: "Die Maus ist ein Zusatzgerät, mit dem ich auf dem Tisch herumfahren kann. Und mit diesem Gerät wird die Kugel bewegt und auf den Pfeil auf dem Bildschirm übertragen. " Inzwischen gehört die Maus zur Standartausstattung eines jeden Computers, damals galt das elektronische Haustier als revolutionär. Sein Erfinder Douglas Englebart hatte sie für den neuesten Rechner der Computerschmiede von Steve Wozniak und Steve Jobs im kalifornischen Silicon Valley entwickelt.

Doch das war noch lange nicht alles, was der neue Rechner mit der Serienbezeichnung Macintosh K 128 zu bieten hatte. Der WDR-Compterexperte geriet damals ins Schwärmen: "Liebevoll wird er von Apple Mac genannt, mit Netzteil, Monitor, Diskettenlaufwerk und dazu eine Tastatur, die wirklich frei beweglich ist."

Computerarbeit wird menschenfreundlicher

Der Mac arbeitete als erster kommerzieller Computer mit einer grafischen Benutzeroberfläche. Die zu dieser Zeit üblichen Rechner zeichneten sich durch grün flimmernde Bildschirme und Buchstabenwüsten aus. Was ein Unterschied, der Mac:

"So, nun habe ich den Monitor eingeschaltet, es erscheint ein "Welcome to Macintosh"-Fensterchen, damals sehr revolutionär, damit zu arbeiten," soweit Michael Mikolajczak, damaliger Experte für die Geschichte des Personalcomputers im Heinz-Nixdorf-Museumsforum in Paderborn.

Apple wohnte 1984 schon lange nicht mehr in einer Garage. Das Unternehmen firmierte inzwischen als Aktiengesellschaft und beschäftigte mehr als 2.000 Leute. Die Basis des Erfolges hatten der Apple-II-Rechner und die kongeniale Zusammenarbeit der beiden Unternehmensgründer bewirkt. Dabei war allgemein bekannt, "dass Steve Wozniak eigentlich der Kopf war und Steve Jobs das unternehmerische Talent hatte".

Apple gewinnt - Apple verliert

Doch die Konkurrenz von IBM, ATARI und Commodore war nicht untätig und holte auf. Apple verlor Marktanteile und wollte sie mit dem neuen Macintosh zurückgewinnen. Doch trotz "Low-Price-Strategie" und revolutionärer Technik konnte Steve Jobs dieses Ziel mit dem Ur-Mac nicht erreichen.

In Windeseile brachte Apple einen Rechner mit deutlich größerer Speicherkapazität auf den Markt: den Macintosh 512. Von da an ging es bergauf mit den Absatzzahlen. Die Nachkommen zählen inzwischen millionenfachweit. Die Ideen der Apple-Entwickler standen auch Pate für das Betriebssystem MS-Windows.

Selbst die Farbe der Computergehäuse erfuhr durch den Mac eine Normierung. Erst durch den Mac mit seinen Fenstern, Pull-up-Menüs und Symbolen konnten plötzlich jedermann und jedefrau intuitiv mit dem Computer arbeiten. Die Vision von der Informationsgesellschaft für viele ist im Silicon Valley zur Realität geworden.

Apple-Experte Mikolajczak meinte: "Silicon Valley ist ein Mythos ... Ursprung von neuen Ideen, die in die ganze Welt hinaus getragen wird."


Autor: Thomas Spang
   
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