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2.4.1917: US-Kriegseintritt
"Die Welt muss sicher gemacht werden für die Demokratie." - In diesem Satz gipfelte die "War Message" des US-amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson am 2. April 1917. In der berühmten Rede verurteilte er den deutschen U-Boot-Krieg gegen Handelsschiffe und rief zum Kampf für Demokratie und Freiheit der Völker auf.

Die Beziehungen zwischen den USA und dem Deutschen Reich hatten sich seit der Versenkung des britischen Passagier- und Frachtschiffs "Lusitania" durch ein deutsches U-Boot im Mai 1915 zunehmend verschlechtert. Obwohl bei dem Angriff rund 1.200 Menschen, darunter über 100 US-Amerikaner, ums Leben kamen, erklärten die USA dem Deutschen Reich nicht - wie allgemein erwartet - den Krieg. Stattdessen sandte die Regierung von US-Präsident Woodrow Wilson eine Protestnote nach Berlin und bestätigte vorerst die Neutralität der Vereinigten Staaten im Ersten Weltkrieg.

Uneingeschränkter U-Boot-Krieg

Um einen Kriegseintritt der USA nicht weiter zu provozieren, setzte das Deutsche Reich als Reaktion auf die Proteste im Zuge der Versenkung der "Lusitania" den "verschärften U-Boot-Krieg" 1916 vorerst aus. Diese Maßnahme war allerdings an die Aufhebung der Seeblockade Großbritanniens gegen die Mittelmächte Deutschland, Österreich-Ungarn und Türkei gebunden. Als dies nicht geschah, erklärte das Deutsche Reich im Februar 1917 den "uneingeschränkten U-Boot-Krieg". Fortan attackierten die deutschen U-Boote auch unbewaffnete Handelsschiffe neutraler Länder ohne Vorwarnung.

Nur kurze Zeit nach der Ausrufung des U-Boot-Krieges verschärfte die sogenannte Zimmermann-Note die Spannungen zwischen Deutschland und den USA. In der vom britischen Geheimdienst abgefangenen, dekodierten und der US-Regierung übermittelten Geheimnachricht teilte der deutsche Außenminister Arthur Zimmermann seinem Botschafter in Mexiko mit, er solle der mexikanischen Regierung einen Kriegseintritt auf deutscher Seite vorschlagen. Für diesen Fall stellte Zimmermann die Rückkehr der US-Bundesstaaten Texas, New Mexico und Arizona an Mexiko in Aussicht. Der deutschen Offerte vorausgegangen war die Überlegung des mexikanischen Präsidenten, Venustiano Carranzo, im November 1916, mexikanische Häfen als Stützpunkte für deutsche U-Boote zur Verfügung zu stellen.

"War Message"

Nachdem die USA bereits im Februar 1917 die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland abgebrochen hatten, löste die Veröffentlichung der Zimmermann-Note am 1. März endgültig einen Meinungsumschwung innerhalb der US-amerikanischen Bevölkerung für einen Kriegseintritt gegen das Deutsche Reich aus.

Sich der Unterstützung der Mehrheit der US-Bürger gewiss, trugt Präsident Woodrow Wilson am 2. April 1917 seine "War Message" dem Kongress vor. Vier Tage später verabschiedete der US-amerikanische Kongress mit überwältigender Mehrheit die Kriegserklärung an Deutschland. Als kriegsentscheidend erwies sich neben der nun folgenden militärischen Unterstützung der Alliierten durch US-Truppen, auch die wirtschaftliche und finanzielle Kraft der Vereinigten Staaten.

Dies ermöglichte es den Verbündeten den sich seit 1914 hinziehenden Krieg materiell und personell länger durchzustehen als die Mittelmächte. Von 1917 bis zum Kriegsende im November 1918 gewährten die USA ihren europäischen Verbündeten Kredite von mehreren Milliarden Dollar und sandten insgesamt mehr als 1,2 Mio. Soldaten über den Atlantik.


Autor: Michael Knigge
   
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