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2.4.1982: Besetzung der Falklandsinseln
Ein Flottenverband, der 36 britische Schiffe umfasste, lief am 5. April 1982 aus dem Hafen von Portsmouth aus. Ihr Ziel waren die 13.000 Kilometer entfernten Falkland-Inseln im Südatlantik. Der Auftrag der 30.000 Mann-Truppe war klar definiert: Die Rückeroberung des fast menschenleeren Inselarchipels von der Größe Nordirlands.

Drei Tage zuvor, also am 2. April, wurden die Falklands von argentinischen Truppen gewaltsam besetzt. Über die Besitzrechte stritten sich Argentinien und Großbritannien schon seit Jahrhunderten.

1690 landete der englische Kapitän Strong auf der Inselgruppe und benannte sie nach seinem Vorgesetzten, Lord Falkland. Viele Jahre später - 1833 - erklärte Großbritannien die Inseln zur Kolonie. Zuvor wurden sie von Spanien, und damit von Argentinien, mitverwaltet.

Malvinas und Südgeorgien

Immer wieder erhob das südamerikanische Land Anspruch auf die Falkland-Inseln. 1982 rang man sich in Buenos Aires zum Militärschlag durch. Seit Mitte der 1970er-Jahre herrschten die Militärs in Argentinien. Die Einnahme der 500 Kilometer vor dem argentinischen Festland liegenden Malvinas passte zum patriotischen Gehabe der Offiziere, allen voran General Leopoldo Galtieri.

Er bot den US-Amerikanern, die eine diplomatische Lösung des Konflikts suchten, die Stirn. Galtieri ließ die Welt wissen: "Ich hatte den Stolz und die Befriedigung, bei diesem Treffen mit den Vertretern der Vereinigten Staaten deutlich zu machen, dass die Würde der argentinischen Nation von niemandem verhandelbar ist."

Auch UN-Resolutionen und Handelssanktionen der Europäischen Gemeinschaft prallten an den argentinischen Machthabern ab. Die größte Seeschlacht seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nahm ihren Lauf auf der ebenfalls von Argentinien besetzten Insel Südgeorgien. Nach kurzem Gefecht konnte das britische Verteidigungsministerium am 25. April das Hissen des Union Jack auf South Georgia verkünden: "We are pleased to inform her Majesty that the white flag flies alongside the Union Jack."

Truppen auf den Falklands

Wenige Tage später versenkte ein britisches U-Boot den argentinischen Kreuzer "General Belgrano" außerhalb der 200 Meilen Kriegszone. Über 300 argentinische Marinesoldaten fanden dabei den Tod. Am 21. Mai, die argentinischen Militärs ließen ein von Premierministerin Thatcher gestelltes Ultimatum verstreichen, landeten mehrere tausend Briten im Nordwesten der Falklands.

Knapp vier Wochen sollte der Feldzug auf der Insel dauern. Ziel war die Hauptstadt Port Stanley. Der Blutzoll auf See und an Land war hoch. Insgesamt kamen 910 Soldaten, davon 665 Argentinier, ums Leben. Auf beiden Seiten gab es 1.500 Verletzte. Auch der finanzielle Schaden war enorm. Sieben Schiffe gingen der königlichen Flotte verloren, das Abenteuer im Südatlantik kostete die britischen Steuerzahler umgerechnet 1,5 Milliarden Euro.

Trotzdem, Margaret Thatcher schwamm auf einer Welle der Begeisterung wie zuvor General Galtieri, als er die Falklands besetzen ließ. Am 14. Juni gab die Premierministerin das faktische Ende des Krieges im Unterhaus bekannt: "Die Argentinier haben sich zurückgezogen, unsere Truppen haben die Außenbezirke von Port Stanley erreicht. Eine große Anzahl argentinischer Soldaten hat ihre Waffen niedergelegt. Die weißen Fahnen wehen über Port Stanley. Unsere Truppen haben die Anweisung, nur noch in Notwehr zu schießen. Gespräche zwischen den Kommandeuren über die Kapitulation der argentinischen Truppen auf den Falklands haben begonnen."

Unterkühltes Verhältnis

Die Argentinier rückten ab, das Ende einer 74-tägigen Invasion. Das britisch-argentinische Verhältnis blieb unterkühlt. Erst 1990, also acht Jahre nach Kriegsende, nahmen die beiden Länder wieder diplomatische Beziehungen auf. Es sollte weitere neun Jahre dauern, bis die ersten Argentinier die Falkland-Inseln wieder betreten durften.

Die Kelper, so nennen sich die rund 2.000 Falklandbewohner, fühlen sich seit dem Krieg mehr denn je mit Großbritannien verbunden. Geschützt fühlen sie sich durch ständige britische Militärpräsenz auf der Inselgruppe.


Autor: Oliver Ramme
   
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